das eigentlich meinerseits geliebte sz magazin proklamiert:
der pop, die gebliebene leitkultur/strömung, ist tot.
was folgt ist ein abgesang auf die aussichtslosigkeit, die inhaltslosigeit und die kulturelle endlosschleife der jungen generation. nun, wo also mit michael jacksons tod die apokalypse besiegelt ist bleibt nicht mehr als: kulturelle leere, hier und da heidi klum und detlef d! soost. weltuntergangsstimmung. ich will kotzen.
die ziellosen generation. die nichts eigenes schafft, nicht rebellieren kann, unpolitisch, ungezogen und egozentrisch ist.
verleudmung und kulturpessimismus. die arroganz der vergangenheit.
was bleibt. der versuch eines manifests. einer verklärung. eines zeit ideals. nicht des tot erklärens der gegenwart, aufgrund des vergangenen.
die erklärung einer gegenwart an der schnittstelle von idealistischer möglichkeit und realtität.
1. definitionen sind wertlos
___ zu defininieren bedeutet festzulegen. in einer zeit, in der der technische fortschritt jeder statik trotzt, sind zeit-definitionen überholt. in einer zeit der globalisierung und der flexiblen gesellschaft gibt es keine unveränderlichen menschen, keine unveränderlichen umstände und wahrheiten mehr.
veränderung ist die einzige konstante.
2. konsum und kunst
___ während in der ("verstorbenen") popart konsum zur kunst erhoben wurde, erhebt die gegenwart kunst zum konsum. die gegenwart hat an mode den anspruch ein menschliches kunstwerk zu schaffen, an alltagsgegenstände den der außergewöhnlichkeit, der individualität, der form, des designs. street art, virtuelle kollektionspräsentationen, blogs haben den zugang zu kultur demokratisiert.
3. realität statt utopie
___ während der gegenwart ein mangel an idealennationalen beschränkung und einseitigkeit. freies wissen, weltgemeinschaft, vernetzung und creative commons sind der sound der neuen generation. statt der alten träume und der politischen ideologien wandern ideen durch die welt, geteilt, optimiert und weltweit verwirklicht. weltgemeinschaft statt weltfremde. verschrieben wird, trotzt die global city jeder
4. die straße ist kein politisches medium mehr
___ während sich die straße sich selbst auf plakatslogans und eine vergleichbar geringe wirkung, bzw. nur die mediale feststellung, "dass da was war" reduzieren muss, ist organisation und aussagekraft im netz effektiver und deutlicher. anstelle von kurzen slogans treten websites und blogs. anstelle von plakatslogans erklärungen, meinungen, diskussionen.
5. es gibt keine klare richtung mehr
___ es gibt keine kulturelle hauptströmung. kultur ist individualisiert und globalisiert, die außergewöhnlichkeit tritt anstelle der eintönigkeit und der trends. schaffenskraft und inspiration mulipliziert sich. es gibt tausend meinungen und antriebe, gesamtgesellschaftlicher konformismus ist unmöglich.
6. überfluss/verzicht/bewusstsein___ politische und ethische überzeugungen äußern sich mehr praktisch als theoretisch. menschen der gegenwart entscheiden bewusst über konsum und verhalten. einzelteile statt massenware -in kultur und ernährung.
7. neue moral
___ alte maßstäbe und falsche vorwände sind überflüssig geworden. der einfluss schein- und doppelmoralischer leitbilder nimmt ab. ethik ist eine persönliche entscheidung und entwicklung, alte definitionen werde durch neue ersetzt.
8. wandel
___ die gegenwart hat kein einzelnes gesicht, sondern viele. leitkultur ist passè, leitkulturen sind real. einfluss ist international, nationalität ist mehr und mehr unbedeutend. die agierenden menschen haben sich schneller vernetzt und freundschaft geschlossen, als die politischen spitzen.
9. menschen
__ alte rollenbilder lösen sich auf. menschen statt geschlechter. unabhängigkeit statt abhängigkeiten. freiheit statt determination.
gegenwart ist freiheit, vielfalt, schnelllebigkeit, individualismus, purismus, bewusstsein, global city, kreatives teilen.
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