hol den vorschlaghammer

komm mal ans fenster komm her zu mir
siehst du da drüben gleich da hinterm wellblechzaun
da drüben auf dem platz vor aldi haben sie
unser abbild in stein gehaun

komm auf die straße komm her zu mir
überall blumen und girlanden halb zerknüllt
sieht so aus als hätten die unser denkmal heute nacht
schon ohne uns enthüllt

hol den vorschlaghammer
sie haben uns ein denkmal gebaut
und jeder vollidiot weiß
dass das die liebe versaut.


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text:  wir sind helden, denkmal; picture:via 

ich kann dir die welt nicht zu füßen legen



Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen
Sie gehört mir nicht. Ich werde dir keinen Stern
Pflücken:
Ich habe kein Geld für Blümen und keine Zeit
Verse zu machen nur für dich: mein Leben
Wird so und so zu knapp sein für ein ganzes.
Wenn ich dir sage: für dich werd ich alles tun
Werde ich dir eine Lüge sagen. (Du weißt es)
Ich liebe dich mit meiner ganzen Liebe.

- Heiner Müller-

die großartige verfilmung des gedichts (aus dem film "poem")
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picture: unknown source, please contact me if it is yours


wandworte





































































wandworte aus dem tacheles und von anderswo.
das kunsthaus, das diesmal vielleicht oder eben auch nicht 
geräumt wird. nur für das vielleicht: bye bye tacheles.

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pictures: mine

daniel tagno

kein titel gefunden, via

"cocaine", via

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gegenwart.wagemut.kulturpessimismus

hier der artikel, der als gastbeitrag bei dragstripgirl erschien.

das eigentlich meinerseits geliebte sz magazin  proklamiert:
der pop, die gebliebene leitkultur/strömung, ist tot.

was folgt ist ein abgesang auf die aussichtslosigkeit, die inhaltslosigeit und die kulturelle endlosschleife der jungen generation. nun, wo also mit michael jacksons tod die apokalypse besiegelt ist bleibt nicht mehr als: kulturelle leere, hier und da heidi klum und detlef d! soost.  weltuntergangsstimmung. ich will kotzen.
die ziellosen generation. die nichts eigenes schafft, nicht rebellieren kann, unpolitisch, ungezogen und egozentrisch ist.

verleudmung und kulturpessimismus. die arroganz der vergangenheit.
was bleibt. der versuch eines manifests. einer verklärung. eines zeit ideals. nicht des tot erklärens der gegenwart, aufgrund des vergangenen.

die erklärung einer gegenwart an der schnittstelle von idealistischer möglichkeit und realtität.

1. definitionen sind wertlos
___ zu defininieren bedeutet festzulegen. in einer zeit, in der der technische fortschritt  jeder statik trotzt, sind zeit-definitionen überholt. in einer zeit der globalisierung und der flexiblen gesellschaft gibt es keine unveränderlichen menschen, keine unveränderlichen umstände und wahrheiten mehr.

veränderung ist die einzige konstante.

2. konsum und kunst

___ während in der  ("verstorbenen") popart konsum zur kunst erhoben wurde, erhebt die gegenwart kunst zum konsum. die gegenwart hat an mode den anspruch ein menschliches kunstwerk zu schaffen, an alltagsgegenstände den der außergewöhnlichkeit, der individualität, der form, des designs. street art, virtuelle kollektionspräsentationen, blogs haben den zugang zu kultur demokratisiert.



3. realität statt utopie

___ während der gegenwart ein mangel an idealennationalen beschränkung und einseitigkeit. freies wissen, weltgemeinschaft, vernetzung und creative commons sind der sound der neuen generation. statt der alten träume und der politischen ideologien wandern ideen durch die welt, geteilt, optimiert und weltweit verwirklicht. weltgemeinschaft statt weltfremde. verschrieben wird, trotzt die global city jeder


4. die straße ist kein politisches medium mehr
___ während sich die straße sich selbst auf plakatslogans und eine vergleichbar geringe wirkung, bzw. nur die mediale feststellung, "dass da was war" reduzieren muss, ist organisation und aussagekraft im netz effektiver und deutlicher. anstelle von kurzen slogans treten websites und blogs. anstelle von plakatslogans erklärungen, meinungen, diskussionen.

5. es gibt keine klare richtung mehr
___ es gibt keine kulturelle hauptströmung. kultur ist individualisiert und globalisiert, die außergewöhnlichkeit tritt anstelle der eintönigkeit und der trends. schaffenskraft und inspiration mulipliziert sich. es gibt tausend meinungen und antriebe, gesamtgesellschaftlicher konformismus ist unmöglich.

6. überfluss/verzicht/bewusstsein
___ politische und ethische überzeugungen äußern sich mehr praktisch als theoretisch. menschen der gegenwart entscheiden bewusst über konsum und verhalten. einzelteile statt massenware -in kultur und ernährung.



 
  7. neue moral
___ alte maßstäbe und falsche vorwände sind überflüssig geworden. der einfluss schein- und doppelmoralischer leitbilder nimmt ab. ethik ist eine persönliche entscheidung und entwicklung, alte definitionen werde durch neue ersetzt.



8. wandel
___ die gegenwart hat kein einzelnes gesicht, sondern viele. leitkultur ist passè, leitkulturen sind real. einfluss ist international, nationalität ist mehr und mehr unbedeutend. die agierenden menschen haben sich schneller vernetzt und freundschaft geschlossen, als die politischen spitzen.

9. menschen
__ alte rollenbilder lösen sich auf. menschen statt geschlechter. unabhängigkeit statt abhängigkeiten. freiheit statt determination.

 gegenwart ist freiheit, vielfalt, schnelllebigkeit, individualismus, purismus, bewusstsein, global city, kreatives teilen.




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pictures: 1. banksy, kate moss: unknown source / 2+3 Hector Pozuelo/ 4+5. Lauren Dukoff  via Lauren Dukoff (4) ; via dazed and confused (5)

teilweise bei dragstripgirl

teilweise//partially  
zu gast bei dragstripgirl.  


der versuch eines manifests. 
der versuch die gegenwart zu zeichnen. 
zu verklären.

gegenwart. wagemut. kulturpessimismus







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bild: tono stano

schwarz/weiß.tono stano





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via tono stano

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im archiv gefunden. mehr projektionsfläche als handlung. kein abgrund, nur der versuch ein gefühl möglichst drastisch darzustellen.



umdrehen. mir die decke über den kopf ziehen. der versuch  mich geborgen zu fühlen. dreißig sekunden geborgenheit. verbraucht. ich werde aufstehen.

kaffee. sehnsucht. sehnsucht nach flucht und schlaf. ich kann nicht schlafen. ich könnte mich verlieren. mein ich unstetig. verschwommen. fließend. manchmal weg. wohin. in träume. formbar. verbiegbar. gab es eine ausgangsform, einen ursprung, ein fundament? wenn ist es lange vergessen zwischen dem ständigen verbiegen aus eigenem antrieb, dem gefühl sich lösen zu müssen, um wieder zurückzufinden. das gefühl etwas verloren zu haben, was essentiell ist. gegenwart. jeder tag eine neue sehnsucht, ein neuer versuch.


ich werde die türe öffnen und hinausgehen. die grauen männer werden überall sein. zustimmend und unreflektiert. gefährlich auf eine unauffällige art und weise. ihre uniform ist längst nicht mehr zu erkennen. sie ist reflex und phrase. ich werde gesichter sehen und sie so schnell wieder vergessen, dass mir schwindelig wird.  schwarze löcher in der erinnerung. graue männer, graue menschen. 

beklemmung. die gewissheit, dass da etwas war, ein wort in meine richtung, dabei aber so sehr wortkotze und dejavu, dass ich verlernt habe es zu hören. dein gesicht habe ich längst vergessen, es ist so. gleich. ich sehe wie sich deine lippen bewegen, aber ich kann dich nicht hören. du lächelst mich an, du meinst es nicht ehrlich aber das ist egal, weil du vergessen hast was das bedeutet: aufrichtigkeit.  ich möchte dich fragen, wer du bist, was du denkst. aber du hörst mich nicht. ich will dich anschreien. du wirst mich nicht hören können, du bist eingebettet in watte. es sieht schön aus, geborgen. du kannst dich nur nicht mehr bewegen. du bist gefangen. es geht dir gut sagst du. das sagst du jedes mal wenn wir uns begegnen. aber ich glaube dir nicht. ich kann dir nicht glauben. die angst, dass ich der fehler bin. wieso geht es mir nicht gut. wieso kann ich nicht glücklich sein? wieso erstickt mich das, was dir geborgenheit gibt. du lebst eingehüllt in bequemlichkeit, vergangenheit und ignoranz. aber du lächelst. du sagst du hast keine zeit. du sagst du bist wichtig, du bist wertvoll, du hast noch etwas zu tun. ich werde dir nicht hinterher sehen, mich nicht verabschieden vom gestern. ich drehe mich um.


ich laufe. laufe weg. du starrst mir hinterher. du wirst nicht sehen. wie ich gegen die wände laufe. sie versuche zu bezwingen, hingerissen von dem gedanken der trümmer. ich würde sie verbrennen, die vergangenheit vergangen machen. rasende wut.  freiheit. raum für neues. aus der asche ein phoenix. aber die wände bewegen sich nicht. doch nur ein traum.
ich fange an zu schreien. ausbrechen, flucht. die wände. es ist stickig, die luft ist schon so oft geatmet worden, dass sie ausgelaugt ist. wo bin ich. verloren. meine lungen füllen sich mit staub. die nostalgie hat ihren glanz verloren, tausendmal wiedergekäut. alles verschwimmt. nebel. klarheit ist luxus. ich versuche zu verstehen, was die wände zusammenhält. aber die macht ist abstrakt. anonym. ich kann nicht mehr schreien ich bin stumm. verzweiflung. mein körper ist verbraucht, ich allein. allein mit meiner angst mit der kälte. eingeschlossen. die starre bewegt sich nicht. trümmer nur in mir. ich bleibe liegen, menschen gehen vorbei. ich glaube sie sehen mich nicht.

du und ich. lauf mit mir weg, ich kann nicht mehr. realitätsflucht. es ist nicht mystisch. nicht romantisch. Wenn ich sage ich halte das nicht mehr aus. die gewissheit. mein körper kann mich nicht mehr schützen. ich weiß nicht weiter. ich habe angst. kontrollverlust. orientierungslosigkeit. sehnsucht. gib mir etwas neues, etwas leben.  kannst du mich halten? bist du überhaupt noch da? bin ich? 

ich wache auf. alles ist wunderbar weich und warm. ich fühle mich wohl. ich öffne die augen, sehe watte. mein selbst immer noch undefiniert. aber das kümmert mich nicht mehr. ich stehe auf und haste los.  aus dem haus. irgendwo auf der straße sehe ich jemanden liegen. verzerrt und verloren.  
ich gehe weiter. ich habe keine zeit.


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picture: emilie halpern  
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