und wie soll das bitte weitergehen?. über quantität und qualität im netz

30 mode- und straßenstil blogs. 10 feministische und politische blogs. 19 photographie und kunstblogs. 5 stadtblogs. 7 magazinblogs.

in meinem reader. konstenloser konsum. manchmal terror. manchmal berreicherung.

die bloglandschaft ist eine müllhalde zeitgenössischer allgemeinplätze.







aber hier und da blitzen goldstücke auf. oder unikate- schrottplatzmetapher: fancy grüne lampenschirme mit pinken punkten inmitten von abgenutzten stelllampen schwedischer möbelhäuser aus den reihenhäusern der neuen bürgerlichkeit.

spotlight auf die innovation.

frische gedanken hier und da. internationaler austausch. das netzwerk ist unüberschaubar geworden. vitamin b schärft höchstens den überblick, aber überwunden wird das kreative chaos nicht.

wie also seltene qualität von mittelmäßigkeit en masse unterscheiden?

in der parallelrealität ohne monitor sind die indikatoren für guten stoff nahezu genauso offensichtlich. 1000 möglichkeiten und noch mehr müll. aber hier bleibt ein indikator, der gleichzeitig ursache und merkmal von qualität sein kann: der preis.

cashing!

müssen wir also qualität honorieren, um sie in der flut aus müll nicht untergehen zu lassen? 15 blogger_innen verlangen das.  tata! das internet manifest. urheber: der stilisierte "blogger" an und für sich: sascha lobo. johnny von spreeblick und markus (netzpolitik). und der rest der omnipräsenten blogger gang.

ich überfliege die thesen.schlüssig. logisch. überzeugend.

wehrmutstropfen. ich will nicht. ich will nicht bezahlen. ich will nicht bezahlen für blogs. ich liebe die vielfalt. das ist die eigentliche stärke des blogs. den sozialismus des internets- das geben und nehmen prinzip 2.0. ich will teil haben und sein. ich will querbeet-links und zitate (und natürlich sag ich wers gesagt hat.) verdammt nochmal. ja.  ich verstehe, dass die alpha blogger verdienen möchten. aber ich weiß nicht, ob ich dann dazu beitragen kann und will. 

und wieder eine große gesponnene, humanitäre metapher. das internet gewebt über milliarden köpfen, gewebt an milliarden köpfe. ich kann durch das netz in die köpfe sehen. goldstück gedanken und affen mit topfdeckeln in den händen. jeder trägt bei.

schaffen privilegien qualität? 
oder verlieren sich geniale nischenblogger im treibsand des kommerz?

fakt ist für mich:
die vielfalt der blogs kann durch kommerz verloren gehen.
wer bezahlt die nischenblogger?  für wen enscheide ich mich, wenn  ich bezahlen muss?
(ausweg: kultur/blog flatrate/pauschale?)
bildet sich nicht ein statischer stamm an bloggern, die bezahlt und gelesen werden?
wie haben neue blogger dann noch zugang?

bild via daydate, kunst von kareem rizk (cut&paste)

2 kommentare:

  1. Dein blog ist so gut, ich möchte die fenster gar nicht mehr schließen. Ja, DIE fenster, hab mich halbwegs durch dein Archiv gewühlt und ich muss sagen ich bin begeisert. Mehr davon! (Geistreichere Kommentare meinerseits folgen noch)

    Und danke für die lieben Kommentare bei mir :)

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